Heute ist Moni eines der prägenden Gesichter der DRK-Obdachlosenhilfe. Woche für Woche fährt sie mit dem Bus durch Hamburg, verteilt Essen, warme Kleidung und Schlafsäcke – vor allem aber Zeit, Aufmerksamkeit und Menschlichkeit. Für viele Menschen auf der Straße ist sie längst eine vertraute Bezugsperson. Und während andere mit 80 vielleicht einen Gang zurückschalten würden, ist Moni auch in diesem besonderen Lebensjahr noch immer mit voller Energie dabei.
Für Moni stehen bei ihrem Engagement für die Obdachlosenhilfe nicht Anerkennung oder große Worte im Mittelpunkt. „Wir sind Menschen, die anderen Menschen helfen“, sagt sie. Genau diese Haltung spürt man in jeder Begegnung.
Der Wunsch zu helfen begleitet sie schon lange. Wegsehen, wenn Menschen Hunger, Armut oder Ausgrenzung erleben, kam für sie nie infrage. Beim DRK fand sie die Möglichkeit, direkt und praktisch zu unterstützen. Was mit einer Tour pro Woche begann, wurde schnell zu einer echten Herzensaufgabe.
Moni begegnet den Menschen auf der Straße mit Respekt, Wärme und Ehrlichkeit. Sie spricht bewusst von Bedürftigen statt nur von Obdachlosen. Denn hinter jedem Menschen steckt eine eigene Geschichte – darunter immer häufiger auch ältere Frauen mit kleiner Rente, die sich zunächst schämen, Hilfe anzunehmen.
Für Moni zählt oft das, was leicht übersehen wird: eine heiße Suppe, trockene Socken, eine Tafel Schokolade oder einfach ein ehrliches Gespräch. „Mitgefühl ja, aber kein Mitleid“, sagt sie. „Das ist ganz wichtig.“
Heute organisiert sie gemeinsam mit rund 50 Ehrenamtlichen regelmäßige Bustouren, Sonderaktionen sowie die Versorgung mit Kleidung, Schlafsäcken und Lebensmitteln. Die gesamte Arbeit wird ausschließlich durch Spenden ermöglicht. Besonders wertvoll sind Geldspenden, weil damit gezielt eingekauft werden kann. Aber auch kleine Sachspenden helfen. „Viele kleine Spenden ergeben am Ende auch viel“, sagt Moni.
Und was würde sie Menschen sagen, die über ein Ehrenamt nachdenken? „Mach was. Jeder kann etwas. Und du wirst ein zufriedenerer Mensch.“
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